|
Dänemark Urlaub Juni 2007
Vorgeschichte
Irgendwie stand die Abfahrt in den Urlaub unter keinem guten Stern. Mein dicker Fleischklops, auch Papa genannt, hatte die glorreiche Idee, vor dem Urlaub nochmals den Rasen zu mähen. Geschickt wie er ist, hat er sich dabei den Kopf an einem Ast böse aufgeschlagen und benötigte eine Tetanus-Spritze. Am Abend lag ich wie üblich in freudiger Erwartung eines Nachschlages zu meinem Abendessen in der Tür zur Küche (aus irgendeinem doofen Grund darf ich da nämlich nicht rein). Als er dann ohne etwas zu essen, ich betone noch mal OHNE etwas zu essen aus der Küche kam, stand ich empört auf. Naja, irgendwie war er da wohl sehr ungeschickt, denn gerade als ich aufstehen wollte, musste er über mich steigen. Ihr hättet mal sehen sollen, wie lustig der aufgejault hat, als sein kleiner Zeh beim Ausweichmanöver am Türrahmen hängen blieb. Doof nur, dass er mit Verdacht auf einen gebrochenen Zeh nochmals zum Arzt musste. Doch es war nur eine Verstauchung und der Dicke sollte sich nicht so anstellen. Soviel zur Vorgeschichte.
Freitag 15.06.2007
Nun ist der Tag der Abreise und alle sind extrem hektisch. Vor allem die Mama zappelt herum wie wild. Ich find das ja ganz lustig und schliesse mich ihr an. Sie geht die Kellertreppe herunter ... da geh ich doch mal mit. Oh Schreck,die muss ich ja wieder hoch und das kann ich gar nicht. Hmm mal schauen ob es nicht noch einen anderen Ausgang gibt. Oh Mama ruft nach mir. Sie steht auf der Treppe und will mich wohl zum Hochgehen animieren. Tja so einfach geht das numal ni.... KEKS Sie hat einen KEKS. Losspurt. Komisch irgendwie spurtet es sich ein wenig beschwerlich aber da ist wieder der KEKS. Lecker. Huch, wie bin ich denn hochgekommen? Na egal.
Oh Mama geht in den ersten Stock hoch, da war ich ja noch nie, weil ich nicht weiss, wie man Treppen läuft. Egal, hinterher. Und wieder runter mit ihr und wieder hoch und wieder runter und wieder ... Irgendwie scheint die anfängliche Freude über meine Leistung in ein genervtes „Rambo jetzt bleib halt mal oben oder unten“ umzuschwenken. Egal ich hab Spass ... hoch ... runter .. hoch ... runter.
Da ist ja Papa, wenn Mama nicht mag, dann laufe ich halt Papa hinterher. Der bringt Müll raus, also gleich mal mit rausgegangen. Und wieder rein die nächste Ladung Müll holen und wieder raus und wieder rein und wieder raus, ... Merkwürdig auch er macht einen leicht unentspannten Eindruck. Was die wohl haben? Nun lädt er auch noch Dinge in die mobile Hundehütte. Hier ist irgendetwas im Busch. Ich spüre es. Ob es wieder Essen gibt?
Mit diesem schönen Gedanken schlafe ich erstmal ein.
Samstag 16.06.2007
Was ist das denn für ein Lärm mitten in der Nacht? Duscht Papa etwa um 3:00? Der duscht doch sonst nie. Und wieso steht Mama angezogen da? Nicht mal in Ruhe schlafen kann man, aber ich rühr mich mal nicht. Vielleicht kann ich dann ja gleich wieder einschlafen.
Eine Stunde eine ganze Stunde machen die wieder so komisches Zeugs und jetzt rufen die mich auch noch. He falls ihr das noch nicht mitbekommen habt, ich bin müde. Also um das nochmal zu verdeutlichen: ich bin im Normalzustand. Lasst mich schlafen und seid leise. Ich steh doch nicht mitten in der Nacht KEKS ... da ist ein leckerer KEKS. Komisch, wie kam ich denn in das Auto? Egal erst einmal hier schlafen, denn müde bin ich ja nach wie vor.
Nach 200km gemütlichem Dösen halten die beiden an. An einem wahrgewordenen Hundetraum! Ein Autobahnrastplatz. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so viele Gerüche, Gerüchte und andere Hunde. Jeder Busch erzählt ganze Lebensgeschichten. Da muss ich doch auch meine Geschichte hinterlassen. Ich fang mal an zu piss... tippen. Leider ist es noch zu früh für nette Hundejungs oder zickige Hundedamen. Na dann wieder rein ins Auto und ich werde wieder augenblicklich müde.
Wieder 200km später der nächste Rastplatz und siehe da, die ersten Hunde lassen sich blicken. „Na du süsser kleiner sexy Mischling, sollen wir ein bischen „ich hüpfe auf dir herum“ spielen? Aber irgendwie wollte sein Herrchen nicht. Kann ich gar nicht verstehen, sein Rücken hätte mein Gewicht locker getragen. Sooo dick bin ich ja auch wieder nicht. Na egal. Oh was ist denn hier das ist ja ein Labrador .... welpe. Och nö nicht wieder so ein kleines Gör. Die nerven. Bäh, geh weg, lass mich in Ruhe. Ich will doch nur dass deine Mama mich streichelt. Das ist mir zu aufregend, da geh ich doch wieder freiwillig ins Auto.
Die 11 Stunden Autofahrt vergehen wie im Schlaf (naja irgendwie ist das wörtlich zu nehmen) und ich weiß, wir sind wieder im Land der komisch sprechenden Bewohner. Mama meint, das hört sich an wie ein Japaner auf Ecstasy (Woher sie das wohl weiss?). Wir halten vor einem schönen blauen Haus. Hmm die Gegend kenne ich doch, hier hab ich doch schon vor einem Jahr ein Häufchen hinterlassen. Na dann gleich mal rein und mein Häuschen inspiziert. Toll eine offene Küche, da darf ich dann in die Nähe des Kühlschranks, ohne dass Sie mich aussperren können. Klasse ist vor allem, dass der Kühlschrank auf dem Boden steht. Wenn Mama oder Papa da was drin suchen, ist das für mich wie Kino- da muss ich doch gleich mit reinspechten.
Und der Teppichboden ist ja richtig flauschig. Mama breitet meine mitgebrachte Decke aus und sieht sich gemeinsam mit mir das Haus an, während Papa ächzend im Hintergrund das Reisegepäck in das Haus bringt. Das Wichtigste fehlt aber noch. Ah, da kommt mein Schätzchen: die mobile Gefriertruhe mit meinem Frischfleisch.
Wenn ich ihm jetzt den Fuss stelle und die Truhe stürzt, dann könnte ich... Doch bevor ich meinen Plan zu Ende gedacht habe, hat er die Truhe auch schon abgestellt und Mama und Papa räumen den Inhalt in das Gefrierfachs des Kühlschranks.
Sonntag 17.06.2007
Um sicherzustellen, dass wir alle unseren Urlaub in vollen Zügen geniessen, mache ich Papa gleich heute morgen darauf aufmerksam, dass wir uns im schönen Dänemark befinden. Komisch, irgendwie ist er heute etwas morgenmuffelig, er murmelt irgendwie „Halb Sechs, sag mal Böchen, spinnst Du jetzt?“. Aber egal, ich tue meine Pflicht und er steht dann auch mit etwas Nachdruck meinerseits auf- das ist gut, dann kann ich mich wieder völlig entspannt in mein Bett hauen und nochmal lässig zwei Stunden vom Essen träumen.
Nun wacht auch die Chefin auf, also ist offizielle Aufstehzeit und ich gehe mit dem ewas müden Papa los (Menschen sind ja auch sooooo zimperlich...), um beim Bagerhuset die leckeren Mutantenweckle zu kaufen. Komisch, ist geschlossen- vielleicht wegen Sonntag? Egal, Hauptsache ich habe Spass- und den habe ich, denn auf dem Rückweg tickere ich nach klassischer Ramboart aus. Das ist etwas, das nur ich in dieser Art kann: Obwohl ich ja eigentlich von der gemütlichen Sorte bin, befällt mich in unregelmässigen Abständen ein echter Renn-, Spring-, Spiel- und Rumtobwahn, den ich dann sofort umsetzen muss, egal, was. Keine Gefangenen, das muss dann sein. Papa beeilt sich, mit mir wildhopsendem Wuschel in unseren Garten zu kommen. Und dann: ANFALL! Renn- spring- Bällchen- doch kein Bällchen- egal-weiter-rennen- hüpfen- Papa anrempeln- Mama umrunden-weitterennen- spurten-bremsen- oooh, das war jetzt anstrengend, das muss eigentlich für diese Woche reichen.
Der Garten ist dafür echt ideal: schön gross und der Boden ist hier auch sagenhaft weich.
Um unser Häuschen richtig einzuweihen, wenden wir das Billmannsche Ritual an: wir verpennen den ersten Tag mehr oder minder komplett.
Abends nehme ich die zwei noch zu einem netten Spaziergang mit (die sollen ja auch mal was sehen...). Ist sehr schön, ein guter Mix aus Wald, Feldern, Seen und am Ende der krönende Abschluss: Abendessen.
Montag 18.06.2007
Heute morgen mache ich Papa etwas später darauf aufmerksam, dass wir uns im schönen Däne... naja, das wisst ihr ja. In Erwartung der leckeren Gigantenweckle schleife ich ihn gleich wieder zum Bagerhuset - und endlich versteht er das Schild, das ganz gross (Mama meint: eigentlich nur für Blinde zu übersehen) im Fenster des Bagerhuset hängt: Butik till salg- das bedeutet auf Deutsch die furchtbare Nachricht: Geschäft zu verkaufen. Also nix mit lecker Frühstück, so ein Mist. Meine Laune fällt um 10 Rambopunkte, Papa findet´s auch wenig prickelnd. Naja, Frühstück gibt es zur Not auch beim Spar- aber wenn ich dort warten muss, ist es lange nicht so nett wie vor dem Bagerhuset, wo sich immer einer gefunden hat, der noch eine Hand frei hatte und mich streichelte.
Nach dem ersten Highlight des Tages (andere nennen es Frühstück) erlaube ich den zwei, sich alleine zu entfernen, um mehr Leckerlis aus dem etwas entfernten Esbjerg ranzuschaffen- und falle sogleich in leicht komatösen Schlaf, aus dem die zwei mich kurz darauf wieder reissen. Egal, sie haben Leckerlis dabei, das ist alles, was zählt.
Mittags heisst es dann: auf zum Strand. Das gefällt mir eigentlich immer ganz gut, denn man hat viel Platz zum Toben und trifft oft andere Hunde. Allerdings treffe ich nur eine sehr aufgedrehte Cockerhündin- viel zu hektisch und vor allem weiblich, wer braucht das schon?
Am Strand ist wieder etwas komisches unterwegs- irgendwie in der Luft, total hektisch, flattert, und hielt Menschen an einer langen, dünnen Leine fest. Das ist wieder seltsam- dann lieber mal Abstand halten, man weiss ja nie, wie die so drauf sind. Papa meint, da können wir nächstes mal auch seine Schwiegermutter mitbringen und steigen lassen- was das mit Oma zu tun hat, verstehe ich echt nicht, aber Mama gibt ihm eine mit, und jetzt ist die Welt wieder in Ordnung.
Anscheinend haben die anderen Hunde ihre Menschen schon nach Hause gebracht, denn es ist wirklich nichts los am Strand- ist aber nicht schlimm, Hauptsache keiner meiner Kollegen kommt auf die bekloppte Idee, in das kalte, blaue, nasse Igitt-Zeug zu rennen. Vor allem Labrador sind da ja wirklich leicht bekloppt- ich spiele ja wirklich gerne mit denen, solange sie TROCKEN sind. Aber nass, nein danke, dass muss nun wirklich nicht sein.
Dienstag 19.06.2007
Mittlerweile müssten die zwei ja kapiert haben, dass wir uns im schönen Däne..., deswegen schlafe ich heute mal gepflegt aus und führe die zwei dann zu einen großen Spaziergang rund um See und Wald aus. Gefällt uns allen gut..Wir sehen auch diese komischen, riesengrossen Hunde, die aber nie auf mein freundliches Wedeln reagieren und stattdessen einfach auf ihrer eingezäunten Wiese stehen und Gras fressen. Das sind sicher Einheimische, die verstehen nur die dänische Hundesprache. Und wenn die so aussieht, wie sich dänisch anhört, dann kann das ja lustig werden.
Nach einem sehr entspannten Tag mit viel Faulenzen, Rumliegen, Schlafen und Kuscheln machen es Mama und Papa sehr spannend.
Wir fahren mit dem Auto nach Oksbol - zum Hundewald. Zumindest sagen das die zwei-gemacht haben sie dann eine Art Schnitzeljagd mit Interview, weil sie mal wieder ohne Karte los sind (nach dem Motto“Wie gross kann denn schon Oksbol sein?“) und nur die grobe Richtung kennen. Die Erkenntnis des Tages lautet also: „Oksbol kann sehr gross sein, wenn man einen sehr gut verstecken Hundewald sucht.“ Naja, nach einigem Sightseeing schaffen wir es dann doch, den Hundewald zu finden. Ist eine nette Idee- in diesem Fall mit viel Wald, aber aktuell wenig anderen Hunden. Egal, die Nachrichten am schwarzen Brett sind auch seeeehr interessant.
Mittwoch 20.06.2007
Heute nacht ist es echt spassig.- wir machen eine Art Polonaise durch die Betten. Erst ist alles normal, aber als Mama und Papa dann ins Bett gehen (Was immer etwas dauert, weil die Mama die Körbchen auf Stelzen, die im Wohnzimmer stehen, viiieeel bequemer findet) geht es auf einmal los: Wir sind unter Beschuss! Was geht denn jetzt?
Wieso müssen die im benachbarten Militärübungsgebiet denn jetzt loslegen, und das dann auch noch so laut? Da muss etwas ernstes dahinterstecken- wahrschlich hat einer dem anderen den Knochen geklaut oder ähnlich verwerfliches. Naja, als es dann nach einiger Zeit nicht besser wird, ziehen wir in das zweite Schlafzimmer um.
Gefällt ihnen irgendwie auch nicht- also nochmal Umzug in das GESCHLOSSENE Zimmer. Das Zimmer ist mit Abstand das schönste im ganzen Haus, denn bis dahin haben sie dort meine Leckerlis gelagert- und wenn sie vielleicht zu müde sind, um das zu merken, dann kann ich vielleicht später... Mist, sie haben es gemerkt und die Kiste wird im Bad verstaut. Aber immerhin kann ich mal die Nacht zwischen den beiden verbringen- hat man auch nicht so oft, ist gut!
Am nächsten Tag relaxen wir zur Abwechslung mal : ein bischen Gassi, ein bischen Strand, viel Kuscheln und viel Bettchen hüten. Apropos hüten. Geht Mama doch glatt mal Abends raus um die Hose von der Leine abzuhängen. Das kann ja soooo schief gehen, man weiss ja nie wie friedlich so eine Hose ist. Ausserdem ist ein wichtiges Herdigebot: Alle bleiben zusammen ! Deshalb renne ich wie ein geölter Blitz hinterher und beschütze sie natürlich, falls die Hose auf Dummheiten kommen sollte. Irgendwie weiss sie aber meinen vollen Einsatz nicht wirklich zu schätzen, denn erst schaut sie mich verwirrt an und lacht dann auch noch.
Als Abendessen gibt es bei den beiden Handgemanschtes. Sie nannten es Pizza. Da sieht ja mein Frischfleisch deutlich besser aus.
Donnerstag 21.06.2007
Heute morgen gehen wir an den Strand . Ist ja ganz nett, wenn nur der Sand nicht so knirschen würde. Leider sind keine anderen Hunde da und so bleibt mir nichts anderes übrig als gelangweilt nebenher zu trotteln. Aber Hauptsache ich muss nicht ins Wasser.
Uns hat sogar ein Reh im Garten besucht, aber das kenne ich ja vom letzten Jahr. Nur das doofe Geröhre die ganze Nacht durch ist dieses Jahr irgendwie nicht mehr. Liegt vielleicht aber auch an dem Geballer der Panzer.
Das Wetter ist ausgezeichnet und wir verbringen einen Großteil des Tages auf der Terasse in der Sonne. Mama kommt sogar mit dem Bällchen nach draussen und Papa versucht, fortlaufende Bilder mit der Kamera zu schiessen. Naja um die Sache kurz zu machen: Er ist einfach zu doof für das Ding. Irgendwie werden die geschossenen Schnappschüsse immer wieder überschrieben. Ich verrate es gleich an dieser Stelle. Er sollte es den restlichen Urlaub auch nicht mehr schaffen, hinter die Bedienung zu kommen. Tja irgendwie ungeschickt, wenn man die Anleitung für die neue Kamera zuhause lässt -grins-.
Mittags kommt uns noch ein fauler Mann besuchen. Der fährt mit so einem komischen Rolldings und will gar nicht aussteigen. Er und seine Frau fragen Mama und Papa, ob sie sich mal das Haus anschauen können. Irgendwie scheint es so, als muss er immer in dem Rollding sitzen. Und deshalb muss er sich wohl die Häuser anschauen- und er muss auch mich natürlich streicheln, denn nur gucken ist ja nicht.. Die beiden waren ganz nett und haben auch einen Hund, der im Moment aber zuhause ist. Schade.
Freitag 22.06.2007
Relaxing Day. Morgens eine kleine Gasirunde und dann lege ich mich erstmal schlafen. Als ich wieder aufwache, scheint Papa noch dicker zu sein als bisher. Wie ich später mitbekomme, habe ich mehrere Stunden durchgepennt und Mama und Papa waren in der Zwischenzeit bei Knude Dyb. Dies ist das örtliche Fischrestaurant, welches Mittags immer eine All-U-Can-Eat-Buffet für 98Kr. anbietet. Da muss es wohl die leckersten Fischspezialitäten geben (div. Salate, Räucherfische, Meeresfrüchte, warme Speisen,...). Naja, mir ist nicht so nach Aktivität an dem Tag und so ist nach einer kurzen Abendrunde auch Feierabend für mich.
Samstag 23.06.2007
Heute geht es wieder mal mit Gewitter weiter-also das Wetter weiss wirklich nicht, was es will. Ich schon : Frühstück, und das zackig! Leider muss ich Papa vorher morgens einmal durch den Wald führen, sonst kann er mir irgendwie kein Frühstück machen. Naja, also los, wir sind gerade am Ende des Gogevej, als wir plötzlich überfallen werden: Cockeralarm! Und das auch noch zu zweit und weiblich- na, vielen Dank. Zur Sicherheit bleibe ich dann erstmal stehen, damit die zwei sich nicht erschrecken und schaue einfach locker und cool nach vorne- der Papa erzählt dann aber der Mama, ich hätte mal wieder die Hosen voll gehabt und nicht gewusst, wie denn noch beschwichtigen, aber was weiss denn der schon ?
Das Überfallkommando heisst Susi und Paula, und die zwei sind dann, nachdem sie mich durchgeschnuffert haben, doch ganz okay. Also, da hab ich mir mein Frühstück doch redlich verdient.
Später nehme ich Mama und Papa dann mit nach Blavand, den nächstgrössere Nachbarort, an dem wir im Januar schon mal für eine Woche waren. Der Strand dort ist echt der Hammer, also schnell hin.Das Wetter ist wieder klasse- also trocken, sonnig und windig. Kaum sind wir dort, treffen wir schon zwei nette Labradore- aber leider schon wieder Mädels. Wo sind denn die Jungs? Gibbet doch garnicht. Allerdings muss man echt sagen, dass die zwei für Mädels sehr, sehr nett sind: Imbra, die Ältere, sieht zwar nichts mehr, was sie aber nicht daran hindert, hinter ihrer Freundin herzuwetzen. Wir spielen dann wirklich lange und schön mit dem Ball - meine zwei Haarlosen machen davon viele Bilder gemacht, schaut doch da mal nach.
Danach bin ich einfach soooo müde, da lasse ich mich zurück in unsere Hütte fahren und falle erstmal in einen komatösen Tiefschlaf. Die zwei gehen dann nochmal weg, und riechen nach ihrer Rückkehr sehr verdächtig nach leckerem Essen aus Blavandt. Unverschämtheit, dass die so einfach essen gehen- aber bin war soooo müde, da lasse ich das nochmal durchgehen.
Bei der Abendrunde sehen wir dann, dass schräg gegenüber ein grosser, weisser Labrador eingezogen ist- mal schauen, die Nachbarschaft kann ja doch noch ganz spannend werden.
Sonntag 24.06.2007
Heute verhält sich Papa gaanz komisch. Er steht um 6:33 Uhr auf. Was ist denn mit dem los? Sonst muss ich ihm mindestens fünf Minuten mit weit geöffnetem Maul direkt ins Gesicht atmen, damit er überhaupt wach wird, und heute? Seltsam- ich behalte ihn zur Sicherheit mit einem halbgeöffneten Auge im Blick.So weiss er, dass er nichts anstellen darf, und ich kann trotzdem weiterdösen.
Mittags machen wir dann einen sehr langen Spaziergang am Strand. Das ist einfach herrlich, denn das Wetter ist genau richtig (sonnig, mit Wind, aber OHNE Regen), alle haben gute Laune und was noch besser ist: Hundekollegen in rauen Mengen. Nachdem alle ihre Menschen von der Leine gelassen haben, leine ich meine auch ab und spiele mit den Kollegen. Da ist einfach toll! Zwischendurch legen wir uns dann ganz rudelmäßig in den Sand und lassen uns die Sonne auf den Pelz (oder Papa auf seine Glatze) scheinen. Das ist Entspannung, wie sie sein sollte.
Montag 25.06.2007
Die Rache ist mein: nachdem sich Papa gestern morgen so unharmonisch verhalten hat, räche ich mich heute morgen an ihm: Nachdem ich ihn (mittels der oben beschriebenen Atemtechnik) soweit habe, dass er mir um FÜNF UHR MORGENS seine volle Aufmerksamkeit schenkt, verziehe ich mein Gesicht so, als müsste ich kotzen. Papa denkt sofort: „Oh nein, nicht hier, wir haben Teppichboden!“ und flitzt sofort zur Tür, um mich rauszulassen. Erstaunlich, wie schnell der sein kann, wenn er will. Da mir aber garnicht schlecht ist, bleibe ich einfach sitzen und beobachte ihn schweigend. Nach einiger Zeit beruhigt er sich dann wieder, setzt sich aber auf das Sofa, um mich zu beobachten und im Zweifel schnell rauszulassen. Naja, ist mir egal, die Rache ist geglückt und ich träume noch schöne drei Stunden weiter von Knochen, bis dann Mama aufwacht und sich wundert, wieso Papa denn schon wach ist *hihi*.
Nach der Morgenrunde und dem Frühstück sind die zwei wieder seltsam. Sie beschliessen einen Saunatag einzulegen. Ich habe keine Ahnung was das sein soll, aber wenn man es essen kann, bin ich dabei. Sie ziehen ihre Pseudofelle aus und verschwinden einfach kichernd in den Holzschrank im Badezimmer. Was soll denn das? Okay, bei uns zu Hause gibt es auch einen Schrank, in den ich seeeeehr gerne sitzen würde (da werden die ganzen Leckerlis gelagert, hnmmm), aber was machen sie denn da drin? Zugegeben, der Schrank hier riecht auch nicht schlecht, aber nicht nach Leckerlis, sondern eher nach so Zitruszeugs. Egal, nach einiger Zeit kommen sie wieder raus, sind ganz nass und haben ganz rote Köpfe. Dann stellen sie sich im Bad unter künstlichen Regen (Igitt, wer will den das?), das ganze unter lautem „Mensch, ist das kalt !“, und setzen sich dann nach draussen. Was soll denn das? Nach kurzer Zeit geht das gleiche nochmal von vorne los- also ich steig da nicht durch, beobachte sie aber aus sicherem Abstand aus meinem Bett heraus und schlafe über dieser anstrengenden Aufgabe ein.
Gegen Abend gehen wir dann wieder an den Strand- der ideale Platz, um mal wieder gepflegt auszutickern. Wichtig beim Austickern ist nämlich auch, dass die zwei keine Kamera greifbar haben und man sie mit der Austickerei so richtig überrascht. Hat wieder wunderbar geklappt. Nur sollten die zwei sich mal darauf einigen, ob sie mir jetzt ausweichen, wenn ich auf sie zugeprescht komme, oder nicht. Mama bleibt netterweise stehen, sodass ich sie geschickterweise recht leicht an der Hüfte anrempeln kann, während Papa sich bewegt- das erhöht den Schwierigkeitsgrad, hat aber einen tollen Effekt, wenn ich ihn dann volle Breitseite erwische. Ausserdem verträgt er mehr als Mama, also immer druff.
An Kollegen treffen wir dort aber „nur“ eine kanad. Schäfer-RetrieverMix-Hündin. Sie ist läufig und recht zickig- als Papa meint,das ist normal, brät Mama ihm eine über. Die sind schon sehr drollig, meine beiden.
Auf dem Rückweg ist es dann leider nicht mehr so drollig, denn auf einmal sind da ganz schwarze, böse Wolken da. Und zu diesem blöden Gewitter kommt dann auch noch DAS BÖSE: Regen. Und das in Mengen. Und wir haben unsere mobile Hundehütte nicht dabei. So ein Schei....
Bis wir dann zu Hause ankommen,sind wir alle drei richtig nass. Aber als Wiedergutmachung rubbelt mich Mama mit einem grossen Handtuch trocken- das ist okay, jetzt bin ich wieder trocken und kann eindösen.
Dienstag 26.06.2007
Heute morgen sind wir am Strand gassi, und danach nochmal bei uns ums Eck. Und wir haben Glück: als wir am Nachbarhaus vorbeigehen, ist der weisse Labrador im Garten und wir können Hallo sagen. Er heisst Sam und ist mit seiner Scotch Terrier Freundin Kessy und seinen Eltern und Grosseltern hier. Alle verstehen sich ganz gut, nur Sam ist etwas in den Flegeljahren und noch etwas anstrengend, aber ich glaube, das wird schon noch.
Heute sind meine beiden mal wieder sehr clever. Das Wetter ist bei uns ganz ordentlich (nicht kalt, sonnig und vor allem trocken) und was machen wir? Alle in die mobile Hundehütte und ab nach Esbjerg, wo es wie aus Kübeln geschüttet hat. Sehr gute Idee! Naja, nach einiger Zeit kapieren es sogar meine zwei Intelligenzbestien, dass das nicht so geschickt ist und wir gehen wieder in die mobile Hundehütte. Natürlich gebe ich ihnen zu verstehen, dass ich jetzt SOFORT wieder in unser Häuschen will- Pustekuchen, erstmal verschwinden sie nochmal in so einem komischen Bau und kommen mit neuen Pseudofellen zurück. Als ob sie davon nicht schon genug hätten, ich komme auch mit meinem Fell aus. Das passt mir überhaupt nicht. Der Stop beim Supermarkt ist aber ganz okay- man muss ja schliesslich Prioritäten setzen.
Um es kurz zu machen: in Vejers ist natürlich immer noch gutes Wetter, das heisst also es ist sonnig und ich bin trotzudem nass. Naja, ich verkrümele mich dann mit Mama auf die Terasse und sie sorgt mit Hilfe einer Pansenfrikadelle dafür, dass ich diese sehr traumatische Erfahrung gut überwinde.
Ach ja, einen ganz wichtigen Aspekt habe ich ja ganz vergessen: in diesem Urlaub habe ich eine neue kulinarische Entdeckung gemacht: TOAST! TOAST kommt gleich hinter KEKS und ist ja soooo lecker. Die dänischen Toaster sind ja so viel intelligenter und spannender als die deutschen. Sobald sie ihre wichtige Arbeit aufnehmen, fangen sie an zu ticken und wenn die Köstlichkeit dann fertig ist, dann gibt es eines der schönsten Geräusche der Welt: PING. Oh, schon beim Schreiben befällt mich wieder ein leises Hüngerchen. Mama meinte, dass es Hunde gibt, die auf einen Klicker konditioniert werden, damit sie bestimmte Sachen machen. Wer will denn einen Klicker, wenn er ein PING haben kann. Ich mache für Mama gerne Sachen, aber nur, wenn sie den PING dabei hat. Was werden die anderen Hunde daheim staunen, wenn wir jetzt mit dem Toaster zum Gassigehen kommen!
Heute abend gehen wir mit Sam, Caroline und Guiseppe Gassi. War wirklich sehr nett. Und ich mache, da Akela ja nicht in der Nähe war, endlich auch mal einen Fund : eine fast geschmolzene Tüte mit Eis. Das riecht ja soo lecker. Oh, Mist, die zwei haben mich schon im Blick, weil ich mal wieder im Unterholz rumstiere. Also, am besten die ganze Tüte ins Maul, locker links und rechts die Lefzen drüberfallen lassen und ganz locker zurück auf die Strasse. Oh, oh, ich glaube, die spitze Ecke der Tüte schaut doch vorne raus, denn Mama kommt direkt auf mich zugerannt und sagt dabei recht engergisch das böse Wort „AUS!“. Also hilft nur eines: ich versuche, das Eis im Ganzen zu schlucken. Steckt die mir doch tatsächlich die Hand in den Rachen? Ich glaube, die kommt hinten gleich wieder... na lassen wir das aber ich kann euch sagen das ist nicht schön. Meine Magenspiegelung für dieses Jahr habe ich damit schon durch. Leider holt sie das Eis tatsächlich heraus und ich darf mit knurrendem Magen, also ich betone mit KNURRENDEM Magen weitergehen. Doch anstatt es selbst zu essen, wirft sie es wieder weg. Denkt die denn nicht einmal an die armen kleinen hungernden Hunde in Afrika? (Oder direkt neben sich?)
Ein paar Tappser weiter findet Sam doch glatt einen Tennisball und er darf ihn behalten. Wie geht denn sowas? Ich werde gemopst äh gemobbt. Nicht mal teilen will er mit mir. Als Entschädigung erhalte ich wenigstens einen klitzekleinen Knochen von Caroline. Sie meint noch sarkastisch zu mir „So das ist der größte Knochen, denn du bist der größte Hund“. Das ist eine Fälschung ich hab schon viel größere Knochen gesehen. Sie will mich reinlegen. Dafür gibt es erstmal einen Satz Sabber an die Hose.
Mittwoch 27.06.2007
Irgendjemand hat seine Eistüte nicht aufgegessen, denn wir haben mieses Wetter. Ein richtiger Sturm tobt draussen. Und da werde ich doch tatsächlich zum Gassigehen gezwungen. Der Hinweg geht ja noch, der Rückenwind schiebt schön an. Beim Wendemanöver bläst mir der Wind den Regen direkt auf die Schnauze. Sauerei und der Dicke hat einen Regenmantel an. Durch meinen vorwurfsvollen Blick gebe ich ihm zu verstehen, dass er an der ganzen Sache Schuld ist und lasse mich von ihm nach Hause ziehen.
Durch meinen Terassenfensterfernseher kann ich die umherfliegenden Kleider unserer Nachbarn sehen und freue mich schon auf die arme Socke, die diese wieder einsammeln darf. Damit es schön gemütlich wird, macht Papa den Kamin an und ich schlummer den Rest des Tages friedlich auf meiner Decke.
Mama und Papa spielen wieder verstecken im Schrank aber ich beachte sie gar nicht. Soll doch jemand anderes sie suchen.
Donnerstag 28.06.2007
Der Weg ist trocken der Wind vorbei und ich traue mich wieder nach draussen. Dort treffen wir Sam und Guiseppe. Der Wald sieht heute etwas anders aus. Anscheinend waren einige Bäume müde und haben sich hingelegt. Das kann ich gut nachvollziehen. Todesmutig wage ich mich sogar unter einem liegenden Baum durch, während die Feiglinge aussen rum gehen.
Nach dem Spaziergehen richte ich mich auf meinen Mittagsschlaf ein. Pustekuchen, rein ins Auto und ab nach Blavand. Am Strand ist es heute doof, da viele Drachen und Windsurfer unterwegs sind. Wir haben zudem eine Mission zu erfüllen. Mama schleift uns durch ganz, also wirklich ganz Blavand und wir müssen alle Häuser anschauen. Zwei Stunden Langeweile, die hat auch nichts besseres zu tun. Papa und ich sind schwer genervt und froh als es wieder nach Hause geht.
Aber nicht genug, in Vejers geht es dann auch schon los die ganzen Häuser abzuklappern. Und an keinem Eck markiert sie. Wie will sie da denn vermeiden dass da ein anderer nächstes Jahr einzieht? Wir treffen ein verzweifeltes Pärchen, die ihren Hund suchen. Der kleine Oli ist wohl ausgebüxt. Vermutlich haben sie ihm auch das Eis weggenommen. Wir suchen ihn, aber er scheint wohl ein anderes Versteck gefunden zu haben. Hoffentlich ist er bis zum Abendessen wieder da, nicht dass das schlecht wird.
Kulinarisch kann ich mich heute aber nicht beschweren. Mama hat Apfelkuchen (ohne Zucker) gebacken und ich durfte naschen. Ok, naschen war das nicht es war mehr ein Schlingen mit anschliessendem Sabbern.
Für die Abendunterhaltung sorgen Caroline und Guiseppe mit einem gemütlichen Plausch und viel Streicheleinheiten.
Freitag 29.06.2007
Sam und ich beschliessen heute einen gemeinsamen letzten Spaziergang zu unternehmen. Damit sie nichts anstellen nehmen wir unsere Zweibeiner mit. Die kann man ja doch nicht alleine lassen. Wir machen einen gemütlichen Streifzug durch den Wald, entdecken Rehe, laufen einer Pferdefährte nach und lassen es uns gut gehen. Leider begann es blöd zu werden. Viel Nass von oben. Regen. Und damit meine ich nicht das bischen Plätscher Plätscher was wir normal kennen. Nein hundehautdurchweichender kalter Regen. Bääääh. Sam und ich sind uns einig, so schnell als möglich gehen wir nach Hause.
Caroline besucht mich. Ja genau, MICH. Zur verabschiedung möchte ich ihr zeigen, dass ich sie so toll finde, nur irgendwie wollen Papa und Mama nicht, daß ich ihr meine Liebe soooo intensiv zeige. Den Rest des Tages verbringen meine zwei Leibeigenen damit, meine Sachen im Auto zu verstauen. Na da kann ich mich ja dann endlich mal ausruhen.
Samstag 30.06.2007
5:00!! Und die machen schon wieder so einen Radau. Ruhe! Polizei! Sperrt die mal weg! Und nun wird mir auch noch mein Bett unterm Hintern weggezogen. Diebe! Ich mag nicht. Lasst mich schlafen. Erste Regel ich bin ein Morgenmuffel, sollte ich nicht der erste sein, der wach ist!
Ach da ist Hopfen und Malz verloren die lernen es nie. Wenigstens habe ich in meinem Luxusabteil im Auto genügend Platz meinen Schönheitsschlaf nachzuholen. Zwischendurch muss ich wieder feststellen, dass Menschen manchmal wirklich seltsam sind. Mitten auf der grossen Strasse, an deren Seiten immer so komische Dinge vorbeiflitzen, hörte das Flitzen auf einmal auf und die Menschen trafen sich in ihren Stahlkarossen, um ca. zwei Stunden lang langsam hintereinander her zu fahren. Das war ein komischen Happening, und da es nicht mal was zu essen gab, fand ich es noch seltsamer. Und Schwupps 13 Stunden später sind wir dann auch schon daheim. Ab in die Kudde und gute Nacht.
So, das sind meine Erlebnisse in Dänemark – ich hoffe, sie geben anderen Menschenbesitzern wichtige Tipps und Informationen.
|